Die finnische Politik
Finnlands Staatsform ist eine Parlamentarische Republik, in der der Regierungschef durchaus über Kompetenzen verfügt, die deren des Präsidenten übersteigen. Der aktuelle Regierungschef des Landes ist Matti Vanhanen, die derzeitige Präsidentin ist Tarja Halonen. Mit der Verfassungsreform im Jahre 1999 wurden die Befugnisse des Präsidenten nochmals stark eingeschränkt, dennoch werden außenpolitische Entscheidungen, Befehle an die Streitkräfte und sämtliche Entlassungen und Ernennungen von Staatsbeamten vom Präsidenten, beziehungsweise von der Präsidentin, getroffen. Die Wahlen zum Amt des Präsidenten finden übrigens alle sechs Jahre statt.
In Finnland gibt es das Einkammerparlament mit 200 Abgeordneten, welches als das gesetzgebende Organ angesehen wird. Es vertritt das Volk, überwacht die Arbeit der Regierung und ist unterstützend und beratend tätig. Alle vier Jahre finden Wahlen zur Bestimmung der Abgeordneten statt, die anschließend im Parlamentsgebäude in Helsinki ihr Amt antreten. Das Reichstagsgebäude ist unter dem Namen “Eduskunta” bekannt.
Charakteristisch für Finnlands Politik ist das Mehrparteiensystem, da es kaum einer Partei gelingt über 30 Prozent zu erreichen. Die bekannten und einflussreichsten Parteien sind derzeit die Nationale Sammlungspartei, die Sozialdemokraten, die Zentrumspartei, das Linksbündnis, die Schwedische Volkspartei und der Gründe Bund. Weitere kleinere aber nicht unbedeutende Parteien sind die Christdemokraten und die Wahren Finnen.
Finnland ist in sechs Provinzen mit insgesamt 415 Gemeinden eingeteilt. Jede Gemeinde hat einen eigenen Bürgermeister. Die sechs Provinzen des Landes sind Aland, Lappland, Ostfinnland, Dulu, Südfinnland und Westfinnland.
Finnland und Schweden traten 1809 in ein Verbund, weshalb noch heute das finnische Rechtssystem stark vom Recht Schwedens bestimmt wird. Seit dem Beitritt des Landes in die Europäische Union im Jahre 1995 gab es jedoch bereits zahlreiche Erneuerungen und Reformen im Rechtssystem.
Neben der Mitgliedschaft in der Europäischen Union ist Finnland auch Mitglied des Europarates, des Ostseerates und Nordischen Rates, des Internationalen Währungsfonds, der Weltbank und der Welthandelsorganisation. Zusätzlich wirkt das skandinavische Land in vielen kleineren Verbänden mit.
Finnland führte im Jahr 1906 als erstes Land in Europa das Frauenrecht ein. 2000 schaffte es dann die erste Frau als Präsidentin gewählt zu werden. Bei den Wahlen 2006 wurde Tarja Halonen dann sogar in ihrem Amt bestätigt und wird voraussichtlich bis zum Jahr 2012 Finnland regieren.